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Freifunk Erlangen – 2. Ausbaustufe online

tl;dr

  1. Die Erlanger Freifunker machen jetzt Richtfunk
  2. Eine neue SSID „freifunk-erlangen.de#zentrum“
  3. Neue Standorte online, weitere in Planung
  4. Jeder kann mitmachen -> mail: support@freifunk-erlangen.de

Im letzten halben Jahr hat sich in Erlangen einiges mit Freifunk getan.

Der erste Relay-Standort
Im Juli ging der Standort Neustädter Kirche online.
Vier Ubiquiti NanoStation 5 AC strahlen in die vier Himmelsrichtungen und warten auf Gegenstellen.
Du willst mitmachen und hast freie Sicht auf die Besucherplattform des Turms? Melde dich bei uns!

Hier gibt es noch ein schönes Panoramafoto vom Kirchturm aus (17MB).

Bis Ende August kamen die ersten beiden blauen Linien ins Monitoring. Vom Erlanger Süd-Osten und aus dem Norden wird die Kirche seitdem mit 100/40 Mbit/s versorgt.

Upgrades für den Hugo
Anfang September wurde das Klo-Häuschen am Hugenottenplatz endlich mit angeschlossen. Eine Ubiquiti LBE 5AC Gen2 kämpft sich mit 120/80 Mbit/s 100 Meter durch die Baumkronen zum Neustädter Kirchturm.

Nachdem die Hardware installiert war, folgte das Feintuning, die letzten Fehler wurden ausgebessert und die Suche nach der perfekten Frequenz ging los.

Durch F3-Netze sind wir an die für Otto-Normal-Verbraucher gesperrten BFWA Bänder bekommen, welche uns höhere Sendeleistung und mehr Durchsatz erlauben.

Unser neuster Standort am Bahnhofvorplatz
Auch dort wird eine NanoStation 5AC von der Neustädter Kirche aus versorgt, eine Unifi AC-Mesh versorgt den gesammten Vorplatz inklusive Teile der Gleise mit der neuen SSID freifunk-erlangen.de#Zentrum.

Auch hängt an diesem Sektor der NSK bereits ein neuer privater Teilnehmer in unserem Richtfunknetz.

Access Point am Gitter links und Richtfunker an der Regenrinne rechts

Wassermann Floristik
versorgt seit Oktober im Erlanger Norden mit 3 Access Points weitflächig die Ecke Martinsbühler / Jahnstraße und wurde ebenfalls in das neue Netz integriert.

AC-Mesh im Hof

Die neue SSID und die Weihnachtsmärkte
Am besten speichert ihr euch die neue SSID am HBF bereits schon mal ein, denn wir haben dieses Jahr noch einen ordentlichen Jahresabschluss vor um am Haupt- und Mittelalter Weihnachtsmarkt dieses Jahr noch freifunk-erlangen.de#zentrum mit neuer Hardware anbieten zu können!

Warum eigentlich Ausbaustufe 2?
Schon vor Jahren haben unsere Vorgänger hier in der Stadt angefangen, Router in Geschäften und öffentlichen Gebäuden aufzustellen.
Dank dieser Vorarbeit war es für uns „Neue“ ein leichtes, die alten Kontakte zur Stadt Erlangen und dem City Management eV wieder aufzunehmen.
Ausbauphase 2 war somit der erste Schritt zum eigenen Richtfunk-Backbone.

Was kommt als nächstes?
Unsere To-Do Liste ist gut gefüllt und verschiedene Projekte sind bereits wieder in der Pipeline.
Entscheidend ist, wo wir als nächstes den Schritt von der Planung hin zum eigentlichen bauen gehen können.

Als kurzer Ausblick, wir wollen hoch hinaus auf die Dächer, den Rekord für die längste Verbindung knacken und noch ein paar Museen, sowie Jugend-Treffs anschließen.
Auch wollen wir noch etwas an unserer Werbung vor Ort arbeiten.

Und wer zahlt das alles?
An der Stelle bedanken wir uns gerne noch einmal herzlich bei allen unseren Unterstützern!

Zum einen hätten wir da unsere beiden Sponsoren für Hardware und Standorte:

  • Die Stadt Erlangen, welche den Stadtratsentschluss zum Aufbau eines freien Wlan-Angebots in der Innenstadt auf Basis von Freifunk umsetzt
  • Das City Management eV, welches seine Mitglieder, die Einzelhändler der Stadt Erlangen dabei unterstützt, den Kunden Wlan, Made by Freifunk, anbieten zu können.

Zum anderen, Unterstützer die uns kostenlos Standorte überlassen haben.
Ohne diese wäre es bis heute noch nicht zu einer Umsetzung gekommen!

  • Die Neustädter Kirchengemeinde, die uns erlaubt hat, unsere Premiere, den ersten Standort auf ihrem Kirchturm aufzubauen
  • Die Firma Iomas, welche den Wartenden am Bahnhofsvorplatz die Zeit versüßt hat.

Last but not least, F3-Netze, über die wir unseren Traffic abladen und uns Lizenzen organisieren konnten.
Unterstützt ihr F3, unterstützt ihr Freifunk Franken!

Klingt cool, wie kann ich helfen und/oder mitmachen?
Du wohnst an einem Platz, wo sich viele Menschen aufhalten?
Du hast Zugang zu einem hohen Dach oder Balkon?
Du hast Lust dich autark zu machen und dich mit dem RF-Netz zu verbinden? Oder einfach nur klein anfangen und einen ersten Knoten zu Hause aufstellen?
Vielleicht bist du auch einfach nur neugierig und willst dich mit uns unterhalten?

Schreib uns unter „support@freifunk-erlangen.de“ oder komm zu einem unserer Treffen!

Es findet sich eigentlich immer eine Lösung, wie man auch in einem Mietobjekt eine Antenne sinnvoll montieren kann!

Die Region offline – Freifunk läuft

Häufig wird gefragt, welchen Vorteil Freifunk bietet, wenn  man eh schon einen Internetanschluss zu hause gebucht hat. Einen interessanten Vorteil hat man zuletzt in der Region Königsberg – Hofheim in den Haßbergen gesehen.

Zwischen dem 25. und 26. September waren in einigen Ortschaften durch einen Fehler im Telekom Netz mehrere Ortschaften ohne Internet. Wohl dem, der über Freifunk vorgesorgt war, denn mit den Richtfunkstrecken Uchenhofen – Unfinden und Ostheim – Hofheim – Königsberg wurden die massiven Ausfälle automatisch so ausgeglichen, dass die Benutzer den Ausfall nicht einmal bemerkten. Freifunker in Ostheim und Königsberg hatten so keine Probleme mit den Ausfällen.


Dieses Beispiel zeigt, dass Freifunk nicht nur die Hotspots sind, die man wahr nimmt, sondern dass noch viel mehr unter der Haube steckt
Unser Bestreben ist es eigene Infrastrukturen auf zu bauen um genau solche Probleme zu vermeiden. Deshalb ist Freifunk nicht einfach nur ein Nutzer des Internets. Nein, mit unserem Verein F3 Netze e.V., sowie vielen beteiligten Providern, gestalten wir das Internet aktiv mit und sind ein Teil davon.

Wie kann es eigentlich sein, dass Freifunk trotzdem noch funktioniert hat obwohl das Internet in den Ortschaften ausgefallen ist?

Freifunker versuchen in der Regel immer Richtfunk Strecken zu anderen Ortschaften und Städten aufzubauen. Genau das war auch hier der Fall. In den betroffenen Ortschaften hat das selbst heilende System hinter den Freifunk Routern bemerkt, dass das lokale Internet ausgefallen ist und hat deshalb geschaut wo es statt dessen Internet findet. Über die Richtfunk Strecken fand es Internet in Königsberg, welches nicht vom Ausfall betroffen war. Deshalb hat die Software selbstständig reagiert und die Anfragen über Königsberg ins Internet geleitet.

Dieses Beispiel zeigt, dass Freifunk nicht nur aus Hotspots besteht oder bestehen sollte.

Hier noch ein Link zu unserem Monitoring damit ihr euch das ganze Konstrukt einmal näher anschauen könnt:

https://monitoring.freifunk-franken.de/map?mapcenter=50.10550,10.52696,12&source=1&layers=1,1,1,0,0,0,0